Quo-Vadis Spielvereinigung – Wie geht es weiter?
Dünne Spielerdecke, fehlende Jugendtrainer und offene Vorstandsposten
Gut besuchte Mitgliederversammlung in der Bamlacher Halle
Fast 60 Mitglieder fanden sich erfreulicherweise trotz der winterlichen Straßenverhältnisse am Donnerstag, den 17. Januar 2013 in der Bamlacher Halle zur außerordentlichen Mitgliederversammlung ein und folgten damit der Einladung der Vorstandschaft um über die Zukunft der Spielvereinigung Bamlach/Rheinweiler zu diskutieren. Nach der Veranstaltung war es schwer, ein positives Fazit zu ziehen, denn die konkrete Bereitschaft zur Lösung der Probleme beizutragen, fehlte. …
Viele Aktivspieler, Jugendspieler, Passiv- und Ehrenmitglieder und auch Bürgermeister Dr. Hoffmann zeigten mit Ihrem Erscheinen, dass Sie Interesse an der weiteren Zukunft des Fußallvereins haben. Die Vorstandschaft mit den beiden Vorständen Marco Nunninger und Holger Weh an der Spitze, sowie Schriftführerin Beate Kienzler, Schatzmeister Reiner Eyhorn und Jugendleiter Armin Held hatten sich viel Mühe gegeben, den Mitgliedern in einer ansprechenden Präsentation die Sorgen und Nöte des Vereins zu übermitteln. Pressesprecher und Jugendleiter Armin Held übernahm die Moderation des Abends und freute sich die zahlreichen Besucher, im Namen der Vorstandschaft begrüßen zu dürfen. Mit einem einleitenden Gedicht von Wilhelm Busch unter dem Titel „Willst du froh und glücklich leben, lass kein Ehrenamt dir geben“ … machte er gleich deutlich, wo dem Verein der Schuh drückt. Held erinnerte an die Tradition der Vereine, die 1982 (SPVGG), 1960 (FC Bamlach) und 1920 (FC Rheinweiler) gegründet wurden. Also fast 100 Jahre Fußballgeschichte in Bamlach und Rheinweiler.
Wie schon in der Einladung zur Versammlung den 252 Mitgliedern mitgeteilt, plagen die Spielvereinigung derzeit hauptsächlich vier große Sorgen.
1. Seit Juni 2012 ist der Posten des Geschäftsführenden Vorstands nicht besetzt. Für den ausgeschiedenen Martin Mössner konnte bis heute kein Nachfolger gefunden werden.
2. Immer weniger Vereinsmitglieder lassen sich im Clubheim, bei den Heimspielen, Arbeitseinsätzen und Versammlungen blicken.
3. Die Jugendabteilung benötigt dringend 3-4 Trainer und Betreuer für die Jugendmannschaften in Rheinweiler und Bad Bellingen.
4. Nach derzeitigem Stand kann für die kommende Saison keine 1. Aktivmannschaft gestellt werden. Bisher haben nur 9 Spieler fest zugesagt. Viele Spieler studieren, oder wollen schon mit Anfang 30 lieber bei den „Alten Herren“ spielen.
Nach den einleitenden Worten Armin Held`s übernahm der organisatorische Vorstand Marco Nunninger das Rednerpult und stellt die Strukturen der Vorstandschaft vor. Nunninger machte deutlich, dass gerade die Position des Geschäftsführenden Vorstands unbedingt wieder besetzt werden müsse, auch wenn der Verein weiter handlungsfähig sei. Als Vorstandssprecher und Repräsentant des Vereins muss der Posten schnellstens wieder besetzt werden. Alle bisherigen Gespräche haben aber nichts gebracht, daher auch dieser erneute Appell an die Versammlung. Seinen Dank richtete Marco Nunninger an seine Vorstandskollegen, die mit viel Fleiß das Vereinsschiff auf Kurs halten.
Zur finanziellen Situation konnte Schatzmeister Reiner Eyhorn brandaktuelle Zahlen vorlegen. Der Verein ist nicht auf Rosen gebettet, aber immerhin schuldenfrei. Das Jahresbudget von rund 27.000,–€ wird hauptsächlich durch Veranstaltungen, Mitgliederbeiträge, Spenden und Zuwendungen vom Förderverein gedeckt, sodass kaum ein Überschuss für wichtige Investitionen bleibe. Ohne die aktive Unterstützung der Mitglieder ist die Finanzierung des Vereins nicht denkbar.
Jugendleiter Armin Held berichtete von der gemeinsamen guten Jugendarbeit mit dem VfR Bad Bellingen. Immerhin können mit Ausnahme der A-Jugend alle Altersklassen besetzt werden. In Bad Bellingen werden derzeit, die B, C und D-Jugend, in Rheinweiler die F- und E-Jugend, sowie die B-Juniorinnen betreut. Beide Vereine benötigen aber dringend Verstärkung von 3-4 Jugendtrainern und Betreuern, um den gestiegenen Erwartungen gerecht zu werden, und dem Fußballnachwuchs eine gute Ausbildung zu bieten. Der VfR Bad Bellingen sucht auch noch einen Jugendleiter. Auch die Jugendleitung benötigt noch Unterstützung, um die Arbeit auf mehrere Schultern verlagern zu können. Derzeit ist der Jugendleiter „Alleinunterhalter“ , was auf Dauer keine Lösung sei. Bezeichnend für die Situation war an diesem Abend, dass nicht einmal die Eltern von Jugendspielern zur Mitgliederversammlung kamen. Die Kinder werden in der Regel vor dem Spiel und Training abgegeben und bestenfalls anschließend wieder abgeholt. Nur wenige Eltern bilden da eine Ausnahme. Die Väter sind nicht einmal bereit ein E- oder F-Jugendspiel zu pfeifen, was dann der Jugendleiter oder Trainer oft selbst übernimmt. Wichtig ist für die Jugend aber auch, dass eine funktionierende Aktivmannschaft als Vorbild vorangeht. Dies sollte als Stichwort dienen, um an den sportlichen Vorstand Holger Weh überzuleiten.
Holger Weh stellte dann kompromisslos dar, was die Stunde geschlagen hat. Gerade mal feste 9 Zusagen von Aktivspielern für die kommende Saison stehen auf seinem Notizzettel, was die Meldung einer Aktivmannschaft, geschweige denn einer zweiten Mannschaft aussichtslos erscheinen lässt. Allerdings gibt es noch 7 Wackelkandidaten, darunter einige studierende Spieler, die sich nicht verbindlich festlegen können, regelmäßig an Spielbetrieb und Training teilzunehmen. Hinzu kommt noch die Bereitschaft von einigen AH-Spielern ab und zu auszuhelfen, doch wäre es unrealistisch zu glauben, dass diese an 30 bis 40 Spieltagen zur Verfügung stehen. Erschwerend komme noch hinzu so Weh, dass sich einige Spieler bereits mit Anfang dreißig in die AH-Mannschaft zurückziehen wollen, obwohl sie noch sehr gut in der Kreisliga B mithalten könnten. Immerhin seien laut Holger Weh sage und schreibe 24 Spieler im bisherigen Saisonverlauf in der 1. Mannschaft eingesetzt worden, wobei hier einige Male die AH-Truppe einspringen musste. Es müsse doch möglich sein, auch künftig eine schlagkräftige Mannschaft zu stellen. Ohne diese könne man den Laden dicht machen und es würde nichts an einer Spielgemeinschaft oder gar Fusion vorbeiführen.
Nach einer Pause, die die Mitglieder zu Gesprächen und zur Stärkung am Ausschank des TV-Rheinweiler nutzen konnten eröffnete Pressewart und Jugendleiter Armin Held die Diskussion. Die vielen und langwierigen Wortbeiträge drehten sich wie Trainer Tilly Westermann treffend feststellte, ständig im Kreise. Was fehlte, waren vor allem konstruktive Vorschläge, wie man das Spielerdefizit auffüllen könne. Die immer wieder angesprochenen „guten alten Zeiten“ helfen nicht, die derzeitigen Probleme zu lösen. Man müsse nach vorne blicken. Philipp Epking bemängelte den fehlenden Zusammenhalt und das eintönige Speiseangebot im Clubheim, was wenig einladend wirke. Daraufhin erklärte der ehemalige Vorstand Thomas Männlin, dass er gerne bereit wäre, das nächste halbe Jahr im Clubheim zu kochen, wenn es daran läge. Allerding erwarte er dann auch die entsprechende Resonanz. Zu den Themen Vorstandsbesetzung und Jugendtrainer herrschte Schweigen im Walde, außer dass bekundet wurde, dass die Jugendarbeit wichtig sei und verbessert werden müsse. – Doch mit wem?
Nach bald dreistündiger Diskussion zog sich die Vorstandschaft kurz zurück um nach der Versammlung ein Fazit ziehen zu können. Das Gremium trat dann nach wenigen Minuten wieder aufs Podium und hatte Mühe in befriedigendes Resümee zu verkünden.
Positiv war auf jeden Fall die erfreulich gute Resonanz der Veranstaltung. Man stellte auch fest, dass die überwiegende Mehrheit an einem Fortbestand des Vereins interessiert sei. Was aber fehle, sei die nicht feststellbare Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit sowohl auf Vorstands-, als auch auf Trainer- und Betreuerebene. Nicht geklärt werden konnte an diesem Abend auch, wie ein ausreichender Kader für die 1. Herrenmannschaft gestellt werden könne. Dies müsse nun durch direkte Ansprachen in den nächsten 2-3 Wochen geklärt werden. Ist dies nicht möglich ist der logische Schritt, mit den Nachbarvereinen, insbesondere mit dem VfR Bad Bellingen, weitere Gespräche hinsichtlich der Bildung einer Spielgemeinschaft oder gar weiteren Schritten zu führen. Sollte dies der Fall sein, will der Fußballverband bis 01.03. eine Vorabinformation, um für die neue Saison vorbereitet zu sein. Die endgültigen Mannschaftsmeldungen müssen dann bis Mitte Mai stehen.
Die Vorstandschaft machte die Anwesenden nochmal darauf aufmerksam, dass sie sich darauf gefasst machen sollen, dass die Vorstandschaft verstärkt persönlich alle in Frage kommenden Personen zur aktiven Mithilfe ansprechen werde. Hier seien alle gefordert, wenn die Spielvereinigung eine Zukunft haben solle. Mit dem Dank des Vorstands an die erschienen Mitglieder und Gäste für die rege Diskussion und das Interesse, den Helfern des TV-Rheinweiler für die Bewirtung und den Pressevertretern Behrend und Hartenstein für die Berichterstattung verabschiedete Pressesprecher Armin Held die Versammlung mit den Besten Wünschen für einen unfallfreien Nachhauseweg. Die Mitglieder und die Öffentlichkeit würden über die weitere Entwicklung informiert.
